WissenswertesBeitrag
Abnehmen beginnt nicht mit Verzicht: So funktioniert Körperfettreduktion langfristig und gesund
Warum ein moderates Kaloriendefizit, genug Eiweiß, sättigende Lebensmittel und Krafttraining mehr bringen als jede Verbotsliste, und wie Sie die sechs Grundregeln im Alltag umsetzen.
Wer abnehmen will, denkt meistens zuerst an zwei Dinge: mehr Kalorien verbrennen und weniger essen. Also wird gestrichen, was Spaß macht, und Sport kommt als Strafe für den Kuchen vom Wochenende dazu. Das funktioniert eine Weile. Dann kommen Hunger, schlechte Laune, ein schwaches Training und irgendwann der Abend, an dem alles kippt.
Die Grundlage stimmt trotzdem: Ohne Energiedefizit verliert der Körper kein Fett. Ob am Ende vor allem Fett verschwindet oder auch Muskulatur, ob Sie dabei satt werden und ob Sie Ihre Ernährung in einem Jahr noch so führen können, entscheidet aber die Umsetzung. Hier sind die Grundlagen, die im Alltag tragen. Ohne Wettkampfdiät und ohne Verbotsliste.
Wie Sie Ihre Essgewohnheiten erfassen und welche vier Ernährungsregeln sich bewährt haben, steht im Beitrag Wie Sie effektiv und nachhaltig Ihr Körperfett reduzieren. Ob Krafttraining oder Ausdauer mehr bringt, klärt „Abspecken“ durch Sport?.
Wichtig vorab: Dieser Beitrag richtet sich an gesunde Erwachsene und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn Sie Vorerkrankungen haben, Medikamente nehmen, schwanger sind oder stillen, schon einmal eine Essstörung hatten oder bereits wenig wiegen, besprechen Sie eine Gewichtsabnahme bitte vorher mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder einer Ernährungsfachkraft.
Warum „weniger essen“ allein oft nicht reicht
„Weniger essen“ ist als Ziel zu ungenau. Es sagt nichts darüber, wie viel weniger, was Sie stattdessen essen und wie Sie dabei leistungsfähig bleiben. Genau an diesen drei Stellen scheitern die meisten Versuche.
Ist das Defizit zu groß, steigt der Hunger, das Training leidet, und der Körper baut neben Fett auch mehr Muskulatur ab. Fehlt Eiweiß, fehlt der Baustein, den die Muskeln zum Erhalt brauchen, und eine wichtige Quelle für Sättigung. Und wer nur streicht, ohne zu ersetzen, isst oft dieselben Lebensmittel in kleineren Portionen und ist entsprechend schnell wieder hungrig.
Die britische Leitlinie zur Behandlung von Übergewicht, herausgegeben vom National Institute for Health and Care Excellence (NICE), sagt es deutlich: Einseitige, stark einschränkende Diäten wirken langfristig nicht und können schaden. Empfohlen wird eine ausgewogene Ernährung mit Energiedefizit, die sich auf Dauer durchhalten lässt, zusammen mit mehr Bewegung und Unterstützung beim Ändern von Gewohnheiten. Daraus ergeben sich die sechs Grundregeln dieses Beitrags.
Grundregel 1: ein moderates Kaloriendefizit
Damit Körperfett schmilzt, muss die Energiezufuhr über einen längeren Zeitraum niedriger sein als der Verbrauch. Daran führt keine Diät vorbei, auch keine, die das Gegenteil verspricht. Die Frage ist nur, wie groß das Defizit sein sollte.
Eine feste Zahl nennt die NICE-Leitlinie in ihrer aktuellen Fassung nicht. Sie verlangt nur, dass die Energiezufuhr unter dem Verbrauch liegt, und zwar mit einer Ernährung, die ausgewogen ist und sich langfristig halten lässt. In der Praxis bewährt sich ein Defizit von einigen hundert Kilokalorien am Tag. Das ist spürbar, aber kein Hungern. Oft reicht schon, Süßgetränke und Alkohol wegzulassen, abends etwas kleinere Portionen zu essen und das Frühstück eiweißreicher zu gestalten.
Für stark reduzierte Diäten zieht NICE klare Grenzen. Kalorienarme Diäten mit 800 bis 1.200 Kilokalorien am Tag kommen nur für Menschen mit Adipositas in Frage, und nur mit langfristiger Begleitung durch ein spezialisiertes Programm. Sehr kalorienarme Diäten unter 800 Kilokalorien sind Fällen vorbehalten, in denen aus medizinischen Gründen schnell abgenommen werden muss: höchstens zwölf Wochen, vollwertig zusammengesetzt und unter ärztlicher Aufsicht. Als Dauerlösung empfiehlt die Leitlinie keine von beiden. In den Selbstversuch gehören sie nicht.
Starten Sie lieber moderat und beobachten Sie, wie Sie reagieren. Wie ist Ihr Hunger am Nachmittag? Wie läuft das Training? Wie schlafen Sie, wie ist die Laune? Wenn alles gut geht und sich über mehrere Wochen nichts bewegt, können Sie nachjustieren. Ein Defizit, das Sie drei Wochen eisern durchziehen und dann abbrechen, bringt weniger als eines, das Sie drei Monate halten.
Beispiel aus der Praxis: Ein Defizit muss nicht perfekt berechnet sein. Entscheidend ist, dass Sie über Wochen hinweg eine kontrollierte, gut verträgliche Reduktion erreichen und dabei weiterhin kräftig trainieren können.
Vorsicht auch beim „Alles oder nichts“. Ein Stück Geburtstagskuchen beendet keine Diät. Wer nach einem Ausrutscher den Rest der Woche abschreibt, verliert mehr als den Kuchen. Gezählt wird der Durchschnitt über Wochen, nicht der einzelne Tag.
Grundregel 2: Eiweiß schützt Muskeln und macht satt
Eiweiß, im Fachjargon Protein, hat beim Abnehmen zwei Aufgaben. Es liefert die Bausteine, mit denen der Körper Muskulatur erhält, und eiweißreiche Mahlzeiten halten erfahrungsgemäß länger satt. Beides wird im Defizit wichtiger.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt für gesunde Erwachsene von 19 bis unter 65 Jahren einen Referenzwert von 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht und Tag an, ab 65 Jahren 1,0 Gramm. Das ist die Menge, die den Bedarf fast aller gesunden Menschen deckt. Wer in der Freizeit Sport treibt, braucht nach Einschätzung der DGE nicht mehr, und auch bei knapper Energiezufuhr sollte die Eiweißmenge diesen Wert nicht unterschreiten.
Sportwissenschaftliche Fachgesellschaften setzen für Phasen der Gewichtsreduktion höher an. Die International Society of Sports Nutrition (ISSN) hält in ihrem Positionspapier von 2026 für die Allgemeinbevölkerung 1,2 bis 1,6 Gramm pro Kilogramm und Tag für angemessen, um den Fettabbau und die körperliche Aktivität zu unterstützen. In Verbindung mit Krafttraining können 1,6 bis 2,2 Gramm sinnvoll sein, um Muskulatur aufzubauen und zu erhalten. Gerechnet wird dabei mit dem Normalgewicht, nicht mit dem aktuellen Gewicht.
Diese Werte sind eine Orientierung, keine Vorschrift. Wie viel für Sie sinnvoll ist, hängt von Alter, Gewicht, Aktivität, Gesundheitszustand und Trainingsziel ab. Mehr Körperfett erhöht den Eiweißbedarf übrigens nicht, deshalb rechnen sowohl die DGE als auch die ISSN bei Übergewicht mit dem Normal- oder Zielgewicht. Bei Nierenerkrankungen stimmen Sie die Eiweißmenge bitte ärztlich ab.
Ein Rechenbeispiel
Bei einem Normalgewicht von 75 Kilogramm ergeben 1,2 bis 1,6 Gramm pro Kilogramm etwa 90 bis 120 Gramm Eiweiß am Tag. Das klingt nach viel, verteilt sich aber schnell: 250 Gramm Magerquark zum Frühstück liefern rund 30 Gramm, eine Hähnchenbrust oder ein Stück Tofu zum Mittagessen 25 bis 35 Gramm, eine Portion Linsen mit zwei Eiern am Abend noch einmal rund 30 Gramm. Mit einem Joghurt als Snack sind Sie im Zielbereich.
Eiweiß im Alltag
Am einfachsten gelingt es, wenn jede Hauptmahlzeit eine klare Eiweißquelle hat:
- Zum Frühstück Skyr, Quark, Eier, Hüttenkäse oder bei Bedarf ein Eiweiß-Shake.
- Mittags und abends Fisch, Geflügel, mageres Fleisch, Tofu, Tempeh, Linsen, Bohnen oder Kichererbsen.
- Als Snack Naturjoghurt, Quark, ein Ei oder eine kleine Handvoll Nüsse.
Eiweißpulver ist praktisch, wenn es schnell gehen muss, aber kein Muss. Lebensmittel bringen neben Eiweiß Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe mit und sättigen meist besser als ein Getränk. Nahrungsergänzungsmittel braucht es für eine gesunde Gewichtsabnahme in der Regel nicht.
Grundregel 3: Lebensmittel, die satt machen
Bei gleicher Kalorienzahl macht ein Teller Gemüse mit Linsen und etwas Olivenöl deutlich satter als eine Handvoll Chips. Das liegt an Volumen, Ballaststoffen, Wasser und Eiweiß. Wer im Defizit nicht dauernd hungrig sein will, achtet deshalb auf die Menge und darauf, woraus die Kalorien kommen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschreibt die Basis einer gesunden Ernährung so: Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Nüsse und Vollkornprodukte. Konkret empfiehlt sie mindestens 400 Gramm Obst und Gemüse am Tag und mindestens 25 Gramm Ballaststoffe. Kohlenhydrate sollen vor allem aus Vollkorn, Gemüse, Obst und Hülsenfrüchten kommen. Freier Zucker, also zugesetzter Zucker sowie Zucker aus Honig, Sirup und Saft, soll unter 10 Prozent der täglichen Energie bleiben, besser bei höchstens 5 Prozent. Bei 2.000 Kilokalorien sind 10 Prozent etwa 50 Gramm, so viel wie in einem halben Liter Limonade.
Fett müssen Sie nicht meiden. Es macht Essen schmackhaft, sättigt und hilft, fettlösliche Vitamine aufzunehmen. Die WHO rät, gesättigte Fette auf höchstens 10 Prozent der Energie zu begrenzen und bevorzugt ungesättigte Fette zu verwenden, also eher Olivenöl, Rapsöl, Nüsse und fetten Fisch als Butter, Wurst und Sahne. Weil Fett viele Kalorien auf kleinem Raum hat, lohnt es sich allerdings, beim Öl in der Pfanne nicht großzügig zu schütten.
Die folgende Übersicht zeigt, welche Bausteine ein Teller im Abnehmalltag braucht und warum:
| Baustein | Sinn im Abnehmalltag | Beispiele |
|---|---|---|
| Eiweiß | Sättigung und Muskelerhalt | Quark, Eier, Fisch, Tofu, Linsen |
| Ballaststoffe und Gemüse | Volumen und Sättigung bei vergleichsweise wenig Kalorien | Brokkoli, Salat, Beeren, Linsen |
| Komplexe Kohlenhydrate | Energie für Training und Alltag | Haferflocken, Vollkornbrot, Kartoffeln, Reis |
| Gesunde Fette | Geschmack, Sättigung, Nährstoffe | Olivenöl, Nüsse, Avocado, fetter Fisch |
| Genuss | Damit Sie dranbleiben | Bewusst eingeplante Lieblingslebensmittel statt kompletter Verbote |
Die letzte Zeile gehört ausdrücklich zum Plan. Was komplett verboten ist, wird interessanter. Ein Stück Schokolade nach dem Abendessen, fest eingeplant, hält viele Menschen besser auf Kurs als der Vorsatz, nie wieder welche zu essen.
Grundregel 4: Krafttraining erhält, was Sie erhalten wollen
Das Ziel heißt Körperfett verlieren, nicht Gewicht um jeden Preis. Wer im Defizit nur isst und nicht trainiert, verliert neben Fett auch Muskulatur, und damit Kraft und Belastbarkeit im Alltag. Die Waage zeigt dann ein schönes Ergebnis, der Spiegel und die Treppe in den dritten Stock eher nicht.
Krafttraining und ausreichend Eiweiß sind die beiden Hebel, die das verhindern. Die ISSN bezeichnet beide in ihrem Positionspapier als unverzichtbar, um den Verlust fettfreier Masse bei einem länger anhaltenden Kaloriendefizit zu bremsen. Zum selben Schluss kommt eine Übersicht von Gregory Grosicki und Kollegen aus dem Jahr 2024, die sich mit Menschen befasst, die mit modernen Abnehmmedikamenten abnehmen: Am besten schnitt in den ausgewerteten Studien die Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining mit eiweißreicher Ernährung ab. Als Untergrenze nennen die Autoren mindestens 1,2 Gramm Eiweiß pro Kilogramm aktuellem Körpergewicht, solange das Defizit nicht extrem ist.
Für den Alltag heißt das:
- Zwei bis drei Krafttrainingseinheiten pro Woche, jeweils für den ganzen Körper.
- Große Grundübungen wie eine Form der Kniebeuge, Hüftstrecken, Drücken, Ziehen und Tragen. Sie fordern viele Muskeln auf einmal.
- Eine kontrollierte Steigerung über die Wochen: erst Wiederholungen, dann Gewicht. Wie das planvoll geht, erklärt der Beitrag Progressive Overload: Das Prinzip hinter jedem Fortschritt.
- Genug Erholung zwischen den Einheiten, gerade wenn weniger Energie zur Verfügung steht.
Im Defizit müssen Sie keine neuen Bestwerte aufstellen. Wenn Ihre Kraftwerte stabil bleiben, während das Gewicht sinkt, ist das ein sehr gutes Zeichen: Dann kommt der Verlust überwiegend aus dem Fett. Auch Abnehmmedikamente ändern daran nichts: Laut NICE sollen sie immer zusammen mit einer kalorienreduzierten Ernährung und mehr Bewegung eingesetzt werden. Wer mit der Abnehmspritze abnimmt, findet im Beitrag Abnehmspritze und Krafttraining die Besonderheiten dazu.
Grundregel 5: Bewegung hilft, ersetzt aber keine Ernährung
Sport verbraucht Energie, aber weniger, als viele hoffen. Eine Stunde zügiges Gehen kostet je nach Körpergewicht grob 250 bis 400 Kilokalorien, ungefähr so viel wie ein großes Stück Kuchen. Gegen eine dauerhaft zu hohe Energiezufuhr kommt Training allein deshalb selten an. Warum das so ist und warum der „Fettverbrennungspuls“ ein Mythos ist, steht im Beitrag „Abspecken“ durch Sport?.
Trotzdem ist Bewegung unverzichtbar, nur aus anderen Gründen. Sie verbessert Blutdruck, Blutzucker, Herz-Kreislauf-Fitness, Schlaf und Stimmung. NICE empfiehlt mehr Bewegung ausdrücklich auch dann, wenn sie nicht zu Gewichtsverlust führt. Und nach einer Abnahme wird sie noch wichtiger: Wer abgenommen hat, braucht laut der Leitlinie unter Umständen 60 bis 90 Minuten Bewegung am Tag, um das Gewicht zu halten. Das schafft kaum jemand mit Sport allein, wohl aber mit viel Alltagsbewegung.
Praktisch heißt das, Bewegung dorthin zu legen, wo sie ohnehin hinpasst:
- zügig gehen, wo Sie sonst fahren oder stehen,
- Rad statt Auto für kurze Wege,
- Treppe statt Aufzug,
- ein fest eingeplanter Spaziergang nach dem Abendessen oder in der Mittagspause.
Ausdauertraining ergänzt das Krafttraining. Wie Sie dabei die richtige Intensität finden, steht im Beitrag zu Zone 2 und VO2max.
Grundregel 6: Schlaf, Stress und Alltag zählen mit
Wer schlecht schläft, isst anders. Nach kurzen Nächten greifen viele Menschen häufiger zu energiereichen Snacks, haben weniger Lust auf Bewegung und erholen sich schlechter vom Training. Dass kurzer Schlaf und Gewicht zusammenhängen, ist gut untersucht. Sanjay Patel und Frank Hu werteten 2008 dafür 36 Studien aus: Bei Kindern war der Zusammenhang zwischen kurzem Schlaf und Übergewicht deutlich und einheitlich, bei Erwachsenen fielen die Ergebnisse gemischter aus. Eine Metaanalyse von 2024 fasste sieben Langzeitstudien mit rund 194.000 Erwachsenen zusammen. Wer weniger als sechs bis sieben Stunden schlief, hatte ein um etwa 8 Prozent höheres Risiko für vermehrtes Bauchfett. Das ist ein kleiner Effekt.
Beide Arbeiten zeigen Zusammenhänge, keinen Beweis, dass kurzer Schlaf allein dick macht. Wer viel arbeitet, wenig schläft und unter Druck steht, isst oft auch unregelmäßiger und bewegt sich weniger. Für die Praxis reicht die Schlussfolgerung trotzdem: Schlaf gehört zum Plan. Wer jede Nacht nur fünf Stunden schläft, macht sich das Abnehmen unnötig schwer.
Ähnlich ist es mit Dauerstress. Er verändert bei vielen Menschen das Essverhalten, kostet Erholung und frisst die Zeit, die man für Einkauf, Kochen und Training bräuchte. Ein realistischer Plan rechnet damit, statt einen Alltag vorauszusetzen, den es nicht gibt. Warum Erholung das Training erst wirksam macht, lesen Sie in Schlaf & Regeneration: Warum Pausen das Training machen.
Häufige Fehler beim Abnehmen
Die meisten Abnehmversuche scheitern an einem dieser sechs Punkte, selten am fehlenden Willen.
Ein zu großes Defizit
Schnelle Erfolge auf der Waage sind verlockend. Ein radikales Defizit lässt sich aber kaum durchhalten, kostet mehr Muskulatur und macht das Training schwer. Langsam und stetig ist hier schlicht die bessere Strategie.
Zu wenig Eiweiß
Wer einfach von allem weniger isst, landet oft auch bei deutlich weniger Eiweiß. Hunger und Muskelverlust sind die Folge. Prüfen Sie einmal ein paar Tage lang, wie viel Eiweiß Sie tatsächlich essen. Viele liegen darunter, ohne es zu merken.
„Light“-Produkte als alleinige Lösung
Fettreduzierte Produkte sind nicht automatisch kalorienarm, manchen wird zum Ausgleich Zucker zugesetzt. Und wer zur „leichten“ Variante doppelt so viel isst, hat nichts gewonnen. Ein Blick auf die Nährwerttabelle hilft mehr als der Aufdruck vorne.
Nur Ausdauer, kein Krafttraining
Ausdauertraining ist gut für Herz und Kreislauf, schützt im Defizit aber die Muskulatur nicht so wie Krafttraining. Die beste Kombination enthält beides, mit Krafttraining als festem Bestandteil.
Perfektion statt Beständigkeit
Ein perfekter Plan, der nach zwei Wochen abbricht, verliert gegen einen ordentlichen, der ein halbes Jahr hält. Rechnen Sie mit Feiern, Geschäftsreisen und Erkältungen. Wichtig ist, dass Sie danach einfach weitermachen.
Die Waage als einzige Kennzahl
Das Körpergewicht schwankt von Tag zu Tag um ein bis zwei Kilo, vor allem durch Wasser, Salz und Darminhalt. Wer jeden Morgen auf die Waage steigt und daraus Schlüsse zieht, wird regelmäßig frustriert. Aussagekräftiger ist der Wochenschnitt, und noch besser ist ein Blick auf mehrere Werte:
- der Umfang von Bauch, Hüfte und Oberschenkel, immer an derselben Stelle gemessen,
- Ihre Kraftwerte im Training,
- Ihre Energie im Alltag und Ihre Schlafqualität,
- wie die Kleidung sitzt.
Wenn das Gewicht stagniert, der Bauchumfang aber sinkt und die Kraft steigt, sind Sie auf dem richtigen Weg.
Ein einfacher Wochenplan zum Mitnehmen
Sie müssen nicht alles gleichzeitig ändern. Wählen Sie zunächst zwei Hebel aus dieser Liste, und nehmen Sie weitere dazu, wenn die ersten zur Gewohnheit geworden sind:
- Eiweiß erhöhen. Planen Sie zu jeder Hauptmahlzeit eine klare Eiweißquelle ein.
- Mehr Gemüse und Obst. Essen Sie zu zwei Mahlzeiten eine große Portion Gemüse und nehmen Sie Obst als Snack.
- Getränke prüfen. Süßgetränke, Saft und Alkohol sind oft die einfachsten Kalorien, die man einsparen kann, ohne hungrig zu werden.
- Krafttraining fest einplanen. Tragen Sie zwei bis drei Termine pro Woche in den Kalender ein wie jeden anderen Termin.
- Alltagsbewegung steigern. Täglich ein Spaziergang, Treppen statt Aufzug, das Rad für kurze Wege.
Wer mit einem festen Termin plant, etwa einer Hochzeit, findet im Beitrag Fit für die Hochzeit: Der realistische Zeitplan einen Ablauf über mehrere Monate.
Abnehmen ist eine Frage der Planung
Abnehmen ist kein Willenstest, sondern ein Planungs- und Gewohnheitsthema. Wer weiß, wie viel Eiweiß er braucht, wie er satt bleibt und wie er seine Kraft erhält, muss nicht mehr gegen seinen Körper arbeiten. Er kann mit ihm zusammenarbeiten.
Häufige Fragen
Wie groß sollte das Kaloriendefizit beim Abnehmen sein?
So groß, dass Sie es über Wochen halten können, ohne dauernd hungrig zu sein und ohne dass das Training leidet. In der Praxis bewährt sich ein Defizit von einigen hundert Kilokalorien am Tag. Sehr kalorienarme Diäten unter 800 Kilokalorien gehören laut der britischen NICE-Leitlinie nur in ärztlich begleitete Programme für Menschen, die aus medizinischen Gründen schnell abnehmen müssen.
Wie viel Eiweiß brauche ich beim Abnehmen?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt für gesunde Erwachsene 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag, ab 65 Jahren 1,0 Gramm. Die International Society of Sports Nutrition hält beim Abnehmen 1,2 bis 1,6 Gramm für angemessen, mit Krafttraining 1,6 bis 2,2 Gramm. Gerechnet wird mit dem Normalgewicht. Bei Nierenerkrankungen stimmen Sie die Menge bitte ärztlich ab.
Muss ich zum Abnehmen auf Kohlenhydrate verzichten?
Nein. Entscheidend ist das Energiedefizit, nicht der Verzicht auf einen bestimmten Nährstoff. Kohlenhydrate liefern Energie für Training und Alltag. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, sie vor allem aus Vollkorn, Gemüse, Obst und Hülsenfrüchten zu beziehen und freien Zucker unter 10 Prozent der täglichen Energie zu halten.
Reicht Sport allein zum Abnehmen?
Selten. Eine Stunde zügiges Gehen kostet grob 250 bis 400 Kilokalorien, das gleicht eine dauerhaft zu hohe Energiezufuhr kaum aus. Bewegung lohnt sich trotzdem: Sie verbessert die Gesundheit auch ohne Gewichtsverlust, Krafttraining erhält im Defizit die Muskulatur, und nach einer Abnahme hilft viel Alltagsbewegung, das Gewicht zu halten.
Warum zeigt die Waage trotz Defizit keinen Fortschritt?
Das Körpergewicht schwankt von Tag zu Tag um ein bis zwei Kilo, vor allem durch Wasser, Salz und Darminhalt. Achten Sie deshalb auf den Wochenschnitt und zusätzlich auf Bauchumfang, Kraftwerte, Energie und Schlaf. Sinkt der Umfang, während die Kraft gleich bleibt oder steigt, verlieren Sie Fett, auch wenn die Waage gerade stillsteht.
Quellen (10)
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Jetzt Erstgespräch vereinbarenDieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder ernährungstherapeutische Beratung. Die genannten Eiweißmengen und Kalorienwerte sind Orientierungswerte für gesunde Erwachsene, keine individuelle Empfehlung. Ein bestimmtes Abnehmergebnis lässt sich nicht garantieren. Bei Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme, einer Essstörung in der Vorgeschichte, in Schwangerschaft und Stillzeit oder bei sehr niedrigem Körpergewicht lassen Sie sich bitte ärztlich beraten.
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